• Daniel Fehring

DAX Tagesmeinung 18.05.2022

DAX ignoriert Energiesorgen


Es mehren sich die Stimmen, dass für den deutschen Verbraucher von Gas eine harte Zukunft bevorsteht. So sagte es zumindest der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller. Dieser sieht noch starke Preissteigerungen in der nahen Zukunft voraus. Angesichts dieser Energiesorgen, die bei dem Endverbraucher noch gar nicht angekommen sind, hielt sich der DAX gestern sehr gut. Der Aufwärtstrend wurde mit leichten Wellen fortgesetzt. Heute dürfte erst einmal eine kleine Pause bezüglich der steigenden Kurse eingelegt werden. Die allgemeine Stimmung hellt sich zwar wieder ein wenig auf, da in den USA viele Analysten davon ausgehen, dass der wirtschaftliche Aufschwung weitergehen wird. Somit befindet sich der DAX im Sog der Wall Street.

Im asiatischen Handel hat der DAX jedoch seine gestrigen Höchststände verlassen und kämpfte in den frühen Morgenstunden mit der Marke von 14.200 Punkten. Ein Grund dafür waren sicherlich auch die asiatischen Märkte, die nur enttäuschend auf die positiven amerikanischen Vorgaben reagiert haben. Der Nikkei 225 leicht im Plus, der Rest jedoch unverändert oder mit leichten Abschlägen im Rennen. Das deutet stark auf Gewinnmitnahmen hin und somit sind wir heute für den DAX auf die Unterseite eingestimmt.

Viel wird es nicht sein, da wie angesprochen, das Sentiment ins Positive gedreht hat. Zu euphorisch sollte man jedoch für die Zukunft nicht sein. Die Energiefrage wird Deutschland noch sehr stark beschäftigen und schon jetzt wird diskutiert, wer im Fall der Fälle nicht mehr mit Gas beliefert wird. Auf jeden Fall werden es die Schwimmbäder sein, dann vielleicht einzelne Industriebereiche und hoffentlich die privaten Haushalte zuletzt. Das ist im Moment die Reihenfolge, die aber noch stark diskutiert wird. Es sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass per Gesetz die Regierung verpflichtet ist, einen Vorrat an Energie für mindestens zwei Monate für die Bevölkerung vor zu halten. Dieser Verpflichtung ist man nicht nachgekommen. Man hat einen Teil der deutschen Gaslieferungen an Polen verkauft. Somit sind die deutschen Gasspeicher nur halb gefüllt. Abgesehen davon, dass Deutschland die Hälfte der Gasspeicher an Gazprom verkauft hat. So kann man auch Sondervermögen produzieren.

Angesichts dieser Situation könnte es gut sein, dass für Deutschland Einschränkungen ins Haus stehen und dies würde der Entwicklung des DAX nicht guttun. Zu pessimistisch sollte man jedoch auch nicht sein, weil es noch genügend Gas aus Norwegen und anderen Ländern gibt. Es wird eher eine Preisfrage sein, dieses in ausreichender Form zu bekommen. Bislang hat Russland den Gaspreis niedrig gehalten.



Wirtschaftsdaten von Heute


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08:00 GBP Verbraucherpreisindex (VPI) (Monat) (Apr)

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